Pressemitteilung vom 06.10.2005
Die Jungen Liberalen (JuLis) Freiburg, sind empört über die Zusage des Gemeinderats, die Notschrei-Loipe weiterhin mit €10.000 zu unterstützen. „Angesichts knapper Kassen ist es gerade für junge Menschen nicht nachvollziehbar, wenn beispielsweise den Schulen und Kindergärten mit Hinweis auf fehlende Gelder dringend benötigte Sanierungen und Ausstattungen teilweise über Jahre verweigert, dann aber Sport- und Freizeitmöglichkeiten mit städtischen Mitteln gefördert werden.“, so die Pressesprecherin des Kreisverbands, Julia Zisgen.
Sicherlich trägt eine gute Infrastruktur für Sport und Erholung viel zur Lebensqualität in einer Stadt bei; es ist auch durchaus Aufgabe der Stadt, die richtigen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen. Aber solange bei der Finanzierung so wichtiger Bereiche wie der Bildung Lücken klaffen, muss sich die Stadt zuerst auf diese Kernbereiche konzentrieren.
Es ist ferner nicht einzusehen, dass eine weitere Finanzierung der Loipe teils mit Statistiken begründet wird, die selbst nicht vollständig bestätigt sind – so ist es fraglich, ob wirklich 90% der Loipennutzer aus Freiburg kommen.
Es stellt sich außerdem die Frage, wieso andere Sporteinrichtungen, so zum Beispiel alle Sportvereine Freiburgs, mit einer Kürzung der Zuschüsse von 10% auskommen müssen, während eine nur saisonal genutzte Langlaufloipe bezuschusst wird.
Die Jungen Liberalen fordern, die städtische Finanzierung der Notschrei-Loipe zu stoppen. Durch Benutzergebühren, Stiftungen und Spenden könnte die Loipe auch ohne Zuschüsse der Stadt gehalten werden – auf sie verzichten, wie von einigen Gemeinderatsmitgliedern befürchtet, müsste man so sicherlich nicht.
Die Stadt sollte viel eher der Erkenntnis, dass mehr Geld in die Bildung investiert werden muss, Taten folgen lassen und den für die Loipe eingeplanten Betrag beispielsweise für Schulen oder Kindergärten verwenden. „Sport- und Freizeitmöglichkeiten sind auf jeden Fall wichtig für eine Stadt, aber eben nicht deren Kernaufgabe – Bildung und Soziales dagegen umso mehr“, so Zisgen.